Wenn Sprache ungewollt Distanz schafft
Englische Begriffe gehören heute in vielen Unternehmen ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag.
Begriffe wie Feedback, Meeting, Computer oder Zoom-Call sind längst Teil unseres Sprachgebrauchs geworden.
Doch daneben begegnen uns immer häufiger englische Fachbegriffe, die nicht für jeden selbstverständlich sind.
Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, ob englische Begriffe gut oder schlecht sind.
Die entscheidende Frage lautet:
Verstehen wirklich alle, worüber gesprochen wird?
Wenn niemand mehr nachfragt
Vielleicht kennst Du diese Situation.
In einem Meeting fallen Begriffe wie Alignment, Ownership, Commitment oder Deep Dive.
Einige nicken zustimmend. Andere schweigen.
Nicht unbedingt deshalb, weil sie nichts beitragen könnten.
Sondern vielleicht deshalb, weil sie sich nicht sicher sind, was genau gemeint ist.
Nachzufragen kostet Überwindung.
Schließlich möchte niemand den Eindruck vermitteln, etwas nicht verstanden zu haben.
Das Ergebnis:
- Wertvolle Ideen werden nicht ausgesprochen.
- Fragen bleiben offen. Entscheidungen werden mitgetragen, obwohl sie nicht von allen vollständig verstanden wurden.
Sprache ist ein Führungsinstrument
Viele Führungskräfte denken bei Führung zuerst an Entscheidungen, Ziele oder Prozesse.
Ich sehe noch einen weiteren Punkt: Sprache.
- Mit Sprache geben Führungskräfte Orientierung.
- Mit Sprache schaffen sie Vertrauen.
- Mit Sprache entscheiden sie oft unbewusst darüber, ob Menschen sich beteiligen oder lieber zurückhalten.
Deshalb beginnt Klarführung für mich bereits bei der Art, wie wir miteinander sprechen.
Fachbegriffe sind nicht grundsätzlich das Problem
Ich nutze selbst englische Begriffe wie Feedback, Meeting, Computer oder Zoom-Call.
Mir geht es deshalb nicht um Englisch oder Deutsch.
Mir geht es um Verständlichkeit.
Ich frage mich bei vielen Begriffen:
Verstehen wirklich alle im Raum, was damit gemeint ist?
Manchmal habe ich den Eindruck, dass Begriffe verwendet werden, weil sie professionell wirken. Gleichzeitig ist die Bedeutung nicht immer eindeutig – manchmal sogar für diejenigen nicht, die sie verwenden.
Dann entsteht keine Klarheit, sondern Unsicherheit.
Klare Führung schafft Beteiligung
Menschen bringen sich dann ein, wenn sie sich sicher fühlen.
Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass möglichst viele Fachbegriffe verwendet werden.
Sie entsteht dann, wenn Fragen ausdrücklich willkommen sind und Kommunikation verständlich bleibt.
Das bedeutet nicht, Sprache zu vereinfachen.
Es bedeutet, Sprache bewusst einzusetzen.
Wer führt, trägt Verantwortung dafür, verstanden zu werden.
Mein Fazit
Für mich beginnt Klarführung bereits bei der Sprache.
Nicht komplizierte Begriffe machen gute Führung aus.
Gute Führung zeigt sich darin, dass Menschen verstehen, worum es geht, ihre Gedanken äußern und sich aktiv beteiligen.
Denn Klarheit schafft Vertrauen.
Und Vertrauen schafft Zusammenarbeit.
Wie gehst Du in Deinem Unternehmen mit Fachbegriffen um?
Werden sie erklärt Oder wird vorausgesetzt, dass alle sie verstehen?

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