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Ist Bequemlichkeit in der Personalführung wirklich sinnvoll?

In unserer Zeit wollen wir unsere Ziele so effizient und einfach wie möglich erreichen.

Führungskräfte und Unternehmer stehen dabei oft unter hohem Druck: zu wenig Zeit, zu viele Aufgaben.

 

Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Routineaufgaben schneller zu erledigen.

 

Doch die entscheidende Frage ist:

 

Welche Wirkung hat es, wenn wir aus Bequemlichkeit unbewusst auf Wertschätzung verzichten?

 

  • eine schnell formulierte Geburtstags-E-Mail
  • eine handgeschriebene Glückwunschkarte
  • oder ein persönlicher Anruf

 

Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick vielleicht gering.

Doch oft bleiben gerade die kleinen, unscheinbaren Gesten am stärksten im Gedächtnis.

 

Ist es Bequemlichkeit, wenn solche Dinge immer häufiger auf die schnellste Art erledigt werden?

Oder ist es der hohe Druck, der dafür sorgt, dass ihnen weniger Raum gegeben wird?

 

Der Rechtswissenschaftler Tim Wu beschreibt Bequemlichkeit als eine Kraft, die unter anderem das Versprechen enthält, uns von Zeitdruck zu befreien.

 

Heute nutzen wir selbstverständlich Apps und digitale Tools. Social Media ermöglicht Reichweiten, die früher undenkbar waren.

Und doch stellt sich die Frage:
Was passiert, wenn selbst persönliche Rückmeldungen zunehmend automatisiert werden?

 

Was wäre zum Beispiel, wenn statt des Chefs eine Computerstimme einen Mitarbeiter anruft, um ein wertschätzendes Lob auszusprechen: 


„Toll, dass Sie heute den Kunden gut beraten haben.“
Wen wundert es da, dass sich das für den Mitarbeiter nicht wirklich gut anfühlt?

 

Wahrscheinlich würde das zwar wahrgenommen werden, jedoch eher befremdlich wirken und kaum positiv in Erinnerung bleiben.

 

Bei aller Effizienz und dem täglichen Druck darf eines nicht verloren gehen:

 

  • Mitarbeiter wollen gesehen werden.
  • Sie wollen ernst genommen werden.
  • Sie wollen Wertschätzung spüren.

 

Wenn dafür vielleicht zehn Minuten weniger für andere Aufgaben bleiben, stellt sich die Frage, ob diese Zeit nicht an anderer Stelle wieder benötigt wird, nämlich dann, wenn Motivation und Vertrauen wieder gestärkt werden müssen oder sogar ganz verloren gehen.

 

Vielleicht ist das keine Doppelmoral, sondern eine Konsequenz:

 

Wir sparen Zeit an einer Stelle und investieren sie später wieder in Beziehung und Führung.

 

Ein Satz, den viele von uns früh gelernt haben, passt hier besonders gut:

Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.

 

Welche Aufgabe erledigst du manchmal aus Bequemlichkeit schneller, obwohl sie eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte?

 

Bequemlichkeit ist nicht neutral.

 

Sie ist oft eine leise Entscheidung darüber, wie wir Führung selbst verstehen.

Und manchmal geben wir diese Entscheidung unbewusst an Systeme und Routinen ab.

 

Deshalb meine Frage:
Kann Bequemlichkeit manchmal dazu führen, dass Wertschätzung verloren geht?

 

 

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