Der Karrieresprung ins Ungewisse
Wie wird man eigentlich Führungskraft?
In den meisten Unternehmen werden diejenigen befördert, die fachlich besonders überzeugen. Sie kennen ihre Aufgaben, erzielen gute Ergebnisse und übernehmen Verantwortung.
Doch plötzlich verändert sich der Job komplett.
Ab diesem Moment geht es nicht mehr nur um Fachwissen. Es geht um Menschen.
Und genau hier beginnt häufig das eigentliche Problem.
Unternehmen verlieren tagtäglich Geld, weil Mitarbeitende innerlich kündigen, häufiger krank werden oder das Unternehmen schließlich ganz verlassen.
Allein die Nachbesetzung eines Mitarbeiters kostet – je nach Position – oft 10.000 Euro oder deutlich mehr.
Doch die eigentlichen Kosten entstehen häufig schon viel früher.
Wenn Mitarbeitende nur noch Dienst nach Vorschrift leisten, sinkt die Produktivität spürbar. Bereits ein Produktivitätsverlust von etwa 15 bis 25 Prozent kann – bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro – wirtschaftliche Kosten von rund 6.500 bis über 10.000 Euro pro Jahr und Mitarbeiter verursachen.
Und weshalb passiert das?
Weil Mitarbeiterführung selten auf dem Stundenplan steht.
Neue Führungskräfte übernehmen Verantwortung für Menschen, ohne jemals gelernt zu haben, wie gute Führung tatsächlich funktioniert.
Auch Führungskräfte sind Menschen.
Sie stehen unter Druck, müssen Ergebnisse liefern und gleichzeitig Entscheidungen treffen. Aus Unsicherheit werden Gespräche verschoben, Konflikte ausgesessen oder Entscheidungen immer wieder vertagt.
Nicht, weil sie ihren Job schlecht machen möchten,sondern weil sie ihn erst lernen müssen.
Nicht jede neue Führungskraft hat gelernt, mit Stress resilient umzugehen.
Und nein – ein rauer Ton oder mangelnde Wertschätzung sind selbstverständlich keine Lösung.
Doch genau solche Situationen entstehen häufig dann, wenn Menschen dauerhaft überfordert sind.
Das ist für mich keine persönliche Schwäche.
Es ist ein Systemfehler.
Denn viele Führungskräfte könnten hervorragende Führungspersönlichkeiten sein – wenn sie die Zeit und die Unterstützung bekämen, ihren neuen Beruf wirklich zu lernen.
Denn genau das ist Führung.
Nicht Kontrolle, sondern Orientierung geben.
Nicht jedes Detail selbst lösen, sondern Prozesse vereinfachen und Potenziale erkennen.
Nicht Druck erzeugen, sondern Menschen motivieren, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam erfolgreich zu sein.
Eines ist eine Führungskraft nämlich nur selten von Anfang an:
Ein Mensch, der andere schlecht behandeln möchte.
Viel häufiger entwickelt sich problematisches Verhalten aus Überforderung, fehlender Begleitung und einem System, das Fachkompetenz belohnt, Führungskompetenz jedoch voraussetzt.
Deshalb wünsche ich mir mehr Mitgefühl, nicht nur für Mitarbeitende, sondern auch für neue Führungskräfte.
Denn gute Führung entsteht nicht durch eine Beförderung.
Sie entsteht durch Entwicklung.
Wenn Du erfahren möchtest, wie Du in Deinem Unternehmen wertschätzende und gleichzeitig klare Führung weiterentwickeln kannst, freue ich mich auf den Austausch.
Herzliche Grüße
Sabine Sernau

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