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Ist Schwarzarbeit ein Kavaliersdelikt?

Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt. Das kann man jedoch annehmen, wenn immerhin ca. 2,9 Millionen Haushalte eine Haushaltshilfe illegal, also „schwarz“ beschäftigen lt. einer Studie.

Das entspricht ca. 90 % der Haushaltshilfen, die in einem Privathaushalt putzen, einkaufen, bügeln etc. und zwar ohne Anmeldung bei der Minijobzentrale oder ohne eine Festeinstellung mit sämtlichen Sozialabgaben bei einer entsprechenden Agentur oder ohne Gewerbeschein. Warum das so ist, dafür gibt es mehrere Gründe. 

Ein Grund ist, dass diese Art von Schwarzarbeit nur selten herauskommt.

Doch Achtung, Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Beispielsweise, wenn Ehen und Partnerschaften auseinandergehen und man dem anderen „etwas Böses will“ und z.B. einen (anonymen) Tipp gibt. Oder die Haushaltshilfe erleidet beim Putzen im Haushalt einen Unfall und nimmt dann Leistungen von Krankenkasse oder Sozialleistungen in Anspruch.

Und wenn die Haushaltshilfe versehentlich die teure Vase kaputt macht, die Rotweinflasche auf den hellen Teppich fällt oder der Flügel unsachgemäß mit falschen Putzmitteln behandelt wird und dann die Haushaltshilfe nicht haftpflichtversichert ist, ist dies nicht nur ärgerlich, sondern kann auch ungeahnte Folgen haben.

Denn die Versicherungen werden schnell hellhörig, wenn irgendwelche Ungereimtheiten bei der Schilderung des Versicherungsfalles

bei der eigenen Versicherung auftreten.

Ein weiterer Grund ist, dass der Arbeitsplatz „Privathaushalt“ gar nicht als solcher gesehen wird. Denn oftmals ist es nur eine „Nachbarschaftshilfe“, wenn die Nachbarin für Frau Müller oder Herrn Meyer putzt oder einkauft und dafür Geld bekommt.

Und es gibt noch einen Grund, den man eigentlich nicht erwartet. 

Es ist gar nicht so einfach eine passende, zuverlässige und sorgfältige Haushaltshilfe zu finden.

Entweder spricht die Haushaltshilfe (fast) kein Deutsch, sodass trotz nettem Lächeln, es nicht selten immer wieder zu Missverständnissen kommt. Oder die Haushaltshilfe kommt 1 oder 2 Mal und dann ist sie nie mehr gesehen.

Wer ein Haustier hat, hat es oftmals auch noch schwerer eine Haushaltshilfe zu finden. Angst vor dem Hund oder

eine Allergie macht die Suche nicht einfacher. 

Der vielleicht entscheidendste Grund ist jedoch, dass nur wenige Haushaltshilfen offiziell angemeldet werden wollen.

Es bleibt einfach mehr netto in der Tasche.

Manche erhalten „nebenbei“ Sozialleistungen und der Verdienst als Haushaltshilfe würde dann angerechnet werden.

Oder der Kontakt zum Auftraggeber / Kunden ist durch entsprechende Internetportale entstanden.

Ohne die Bindung an diese Vermittlungsfirmen ist der Verdienst eben höher.

Und an mögliche Konsequenzen in der Zukunft denken die wenigsten. Rente, Absicherung im Krankheitsfall, Urlaub … und soziale Gerechtigkeit, alles Themen, die zwar wichtig sind, jedoch in dem Moment „nicht auf dem Zettel“.

 

Leider ist die Arbeit als Haushaltshilfe nicht sehr angesehen, obwohl es ein „Knochenjob“ ist.

Und kaum Jemand, der eine Haushaltshilfe beschäftigen möchte, denkt daran, auch im Krankheitsfall zu zahlen.

Und grundsätzlich steht auch einem Minijobber/-in Urlaub zu.

Der Mindesturlaub in Deutschland beträgt 4 Wochen = 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche,

bei nur 1 x die Woche also immerhin 4 Tage im Jahr, ganz unabhängig von der Anzahl der geleisteten Stunden.

 

Was ist man bereit einer Haushaltshilfe zu zahlen?

Wie hoch sind tatsächlich die Zusatzkosten wie Anmeldung bei der Minijobzentrale, Urlaub, Krankheit? 

Und möchte man selbst auch wirklich Arbeitgeberpflichten übernehmen?

Diese Entscheidung muss Jeder selbst treffen.

Auch, ob man ruhigen Gewissen Schwarzarbeit unterstützt, duldet oder auch nur „ausprobiert“. Es gibt Alternativen. 

Nicht billig, jedoch Alternativen, die Ihren Preis wert sind, egal, ob privat angestellt, mit Gewerbeschein oder über eine Agentur. 

 

Ein Artikel, der zum Nachdenken anregen soll von ZeitforMi - Serviceagentur für Alltag, Kind, Haushalt und Hund Sabine Sernau 

 

Mit freundlichen Grüßen 

Sabine Sernau / Inhaberin ZeitforMi 

www.zeitformi.de 

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